Erotik mit Handicap

Nach wie vor ein Tabuthema, gar ein Problem?

BarrierefreiLust und Leidenschaft haben unendlich viele Facetten und Gesichter. So kommt es, dass heute selbst ehemalige Tabuthemen wie SM und Bondage längst Mainstream sind und damit auch Fetischthemen und Erotik abseits der ausgetretenen Pfade die Mitte der Gesellschaft erreicht haben …

Doch wie weltoffen und verständnisvoll reagiert Deutschland, wenn es um Erotik für Behinderte geht, wenn barrierefreie Bordelle oder aber das Sexualleben von Menschen mit Handicap thematisiert werden?

Sexualität ist jedem Menschen eigen und entwickelt sich individuell ein Leben lang, glaubt (Artikel von Lebenshilfe.de) die Lebenshilfe und propagiert damit ein Grundrecht, das für Behinderte ebenso wie für Gesunde gilt.

Warum wir in Sachen Liebe und Treibe alle gleich sind!?

swingerclubsDabei spielt es in Sachen Sex und Erotik keinerlei Rolle, ob das Handicap körperlicher oder geistiger Natur ist. Denn „die sexuelle Entwicklung ist für Menschen mit geistiger Behinderung ebenso bedeutungsvoll wie für jeden anderen Menschen“, ergänzt (Artikel von Profamila) Pro Familia und bestätigt damit, dass jeder Mensch seine ureigene Sexualität hat.

Insofern mag es eine tolle Errungenschaft sein, dass heute auch barrierefreie Bordelle am Start sind und / oder Hostessen in den einschlägigen Erotikführern ganz gezielt ihren Service für Menschen mit Handicap bewerben.

Menschen mit Handicap fällt die sexuelle Verwirklichung nach wie vor schwer:

Dennoch scheint Handlungsbedarf nach wie vor geboten. „90 Euro für eine Stunde Zärtlichkeit“ titelt (Spiegel.de) daher der Spiegel, wo die Autorinnen, Miriam Steimer und Anna Stommel, davon ausgehen, dass es für Behinderte nach wie vor schwierig ist, ihre sexuellen Bedürfnisse zu befriedigen. Zumal das häusliche Umfeld von Menschen mit Handicap, ein Wohnheim oder das kleine Zimmer bei den Eltern, für erotische Fantasien und ein erfülltes Sexualleben oftmals wenig Raum lasse.

Sind Bordelle eine Alternative?

Barrierefreie Bordelle und LiebesdamenHinzu kommt, wie Süddeutsche.de kritisiert (Süddeutsche.de), dass Sex und Körperbehinderung nach wie vor ein Tabuthema darstellen. Und Einkommen und monetärer Hintergrund von Behinderten für regelmäßige Bordellbesuche oftmals nicht ausreichen.

Ein gesamtgesellschaftliches wie finanzpolitisches Problem also, das sicherlich nicht allein in der Branche und von den Bordellbetreibern gelöst wird.

Die indes befinden sich sicherlich auf dem richtigen Weg, wenn wir in Erotikführern lesen, dass gerade in Großstädten wie Berlin und Hamburg viele Saunaclubs und Bordelle längst barrierefrei, sprich: mit separaten Eingängen und breiten, rollstuhlgerechten Türen konzipiert sind.

Dass derartige Häuser und Bordelle für Menschen mit Handicap auch von den Verwaltungen gewollt sind, zeigt ein Beispiel aus Essen, wo man einem nicht barrierefreien Freudenhaus sogar die Zulassung verwehrt hat:

Auch die Hostessen und Dominas stellen sich um!

Generell jedoch zeigt sich die Sex- und Erotikbranche für das Thema durchaus offen und sensibel, finden sich zahlreiche Ladies, die ganz gezielt einen Service für Menschen mit Handicap in ihr Programm nehmen.

Behinderte können daher heute ihre sexuellen Vorstellungen bis hin zu Fetischträumen durchaus genießen und ausleben. Denn neben barrierefreien Bordellen finden sich in den Sex- und Erotikführern auch Dominas oder Sklavinnen, die ihre Dienste auch für Menschen mit Handicap anbieten.

An sich eine Selbstverständlichkeit. Und dennoch eine schöne Nachricht, die Mut macht. Eine Meldung, die zeigt, dass wir in Sachen Sex und Erotik letzten Endes alle gleich sind!

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